Alles Liebe

LEHRE TRIFFT LEIDENSCHAFT: NEO CHORAKADEMIE & CHORWERK RUHR MIT GEBALLTEM KLANGFEUER UNTER DER LEITUNG VON ZOLTÁN PAD

Mit „Alles Liebe“ präsentieren die NEO | Chorakademie und Chorwerk Ruhr ein gemeinsames Projekt, das Nachwuchsarbeit, künstlerische Exzellenz und musikalische Bildung miteinander verbindet. Das Programm vereint romantische und volksliedhafte Klangwelten von Brahms, Elgar, Bartók und Kodály – interpretiert von einem Ensemble, in dem Generationen miteinander singen statt nebeneinander.

„Alles Liebe” – Das Konzertprogramm

Zwischen tanzendem Liebesglück, erdig-rhythmischem Volksliedton und lyrischer Naturbetrachtung: Mit Johannes Brahms‘ Liebesliederwalzern op. 52 und Edvard Elgars Songs „From the Bavarian Highlands“ sowie Volksliedbearbeitungen von Béla Bartók und Zoltán Kodály entfaltet Chorwerk Ruhr gemeinsam mit der NEO | Chorakademie in diesem Konzertprogramm ein stimmgewaltiges Panorama romantischer und nachromantischer Klanglandschaften, die allesamt das Phänomen der „Liebe“ interpretieren: Ausgehend von der zwischenmenschlichen Liebe inklusive Sehnsucht, Verlust und Schmerz wird gleichermaßen die Heimatliebe und die Liebe zur Natur besungen. 

Und mittendrin steht wie ein tönendes Mahnmal die Komposition „Raua needmine“ (Fluch des Eisens) von Veljo Tormis: Das im Eisen gebundene Böse, die kriegstreibende Kraft, drohe sich gegen den Menschen zu wenden und diesen zu zerstören, heißt es in dem archaisch anmutenden Gesang für zwei Solostimmen, gemischten Chor und Trommel… Der estnische Komponist hat sein Werk bereits in den 70er Jahren geschrieben – es ist in unseren brodelnden Zeiten erschreckend aktuell und gehört insofern bei „Alles Liebe“ ganz bewusst als Kontrapunkt in dieses Programm.

Zum ersten Mal werden Chorwerk Ruhr und die NEO | Chorakademie für dieses Projekt zusammenkommen und in inspirierender Arbeitsatmosphäre das Programm “Alles Liebe” gemeinsam erarbeiten, um es im Rahmen der Weilburger Schlosskonzerten am 2. August 2026 zur Aufführung zu bringen.Als Dirigent agiert Zoltán Pad, selbst Ungar und ein großer Kenner des Repertoires seiner Heimat. Er ist nicht nur international renommierter Chordirigent, sondern auch erfahrener Musikpädagoge, der sich mit Leidenschaft für die Nachwuchsförderung in der Chorlandschaft einsetzt. Zu den vielen Vokalstimmen treten zudem die beiden Pianisten Sebastian Breuing und Philip Mayers, die mit zwei bzw. vier Händen den Vokalklang begleiten werden.    

CHORWERK RUHR

Chorwerk Ruhr zählt zu den bedeutendsten Kammerchören in Deutschland. Das 1999 gegründete Vokalensemble entwickelte sich zu einer festen Säule der Vokalkunst im deutschsprachigen Raum. Die außerordentliche Qualität des Chores ist es, den speziellen Anforderungen solistischer Besetzungen ebenso gerecht zu werden wie eine perfekte Verschmelzung des Ensembles im Chorklang zu erreichen. Im November 2011 hat der mehrfach ausgezeichnete Dirigent Florian Helgath die künstlerische Leitung übernommen. Er sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, neue Chormusik in Bezug auf traditionelle Musikformen zu beleuchten und somit für den Zuhörer vor dem Hintergrund der reichen Musikgeschichte neu wirken zu lassen. CHORWERK RUHR hat sich als eines der hochwertigen künstle-rischen Markenzeichen der Metropolregion Ruhr und als einer der Spitzenchöre Deutschlands etabliert. In Konzerten mit renommierten Dirigenten und Orchestern begeistert CHORWERK RUHR immer wieder sein Publikum mit Musik aus allen Epochen bis zur Gegenwart und erntet herausragende Kritiken. Alljährlich kooperiert Chorwerk Ruhr in besonderer Form mit der Ruhrtriennale und ist mit eigenen Projekten im Festival präsent.
Die Diskografie des Vokalensembles beinhaltet u. a. die CD „Bodenschätze“, die zusammen mit der Capella de la Torre Musik aus der Sammlung „Florilegium Portense“ des 16. und 17. Jahrhunderts präsentiert; weiterhin eine CD mit dem Mozart-Requiem in der Vervollständigung von Michael Ostrzyga zusammen mit Concerto Köln. Für die Einspielung von Karlheinz Stockhausens „Carré“ und Maurice Kagels „Chorbuch“ erhielt das Ensemble im August 2022 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Im Frühjahr 2024 erschien eine viel beachtete Einspielung von Sergej Rachmaninows „Ganznächtlicher Vigil“ op. 37.
Chorwerk Ruhr ist Teil der Kultur Ruhr GmbH. Gesellschafter und öffentliche Förderer sind das Land Nordrhein-Westfalen sowie der Regionalverband Ruhr.

PHILIP MAYERS

Der australische Pianist Philip Mayers ist nicht nur gefragt als Liedbegleiter, Kammermusikpartner, Solist, Spezialist für Neue Musik und Korrepetitor, sondern auch als Dirigent, Komponist und brillanter Moderator, Arrangeur und Performer von Cabaret und Unterhaltungsmusik. In Berlin konzertiert er regelmäßig mit dem RIAS Kammerchor oder dem Rundfunkchor Berlin, mit denen er auch einige CDs eingespielt hat. Als Gast leitete er die Berliner Kammeroper bei namhaften Festivals und seine Oper Trieste wurde von der Berliner Kammeroper unter seiner Leitung uraufgeführt. In Schwetzingen leitete er die Produktion von Peter Eötvös As I Crossed a Bridge of Dreams. Er übernahm zudem mehrmals die Leitung von Produktionen der Meisterklasse des Opernfestivals Schloss Rheinsberg. Gemeinsam mit der englischen Kabarettsängerin Mary Carewe präsentierte er das Programm Serious Cabaret nicht nur in ganz Großbritannien, sondern auch im Pariser Théâtre du Châtelet, im Amsterdamer Concertgebouw sowie beim Alicante Festival für zeitgenössische Musik und beim Rigaer Festival Wintermusik. Im Trio Panama Hat Trick, mit Mary und Anna Carewe, spielt Philip Mayers Musik aus den Klassik- und Kabarett-Welten des 20. Jahrhunderts, wo er vom Klavier aus durch das Programm moderiert. Philip Mayers studierte am Queensland Conservatorium in Brisbane bei Max Olding, bei Phillip Moll in Berlin und Zelma Bodzin in New York. Außerdem nahm er an Meisterkursen von Dalton Baldwin und Geoffrey Parsons teil.

SEBASTIAN BREUING

studierte Dirigieren mit Schwerpunkt Chorleitung in Köln bei Marcus Creed. Als Dirigent und Pianist ist er regelmäßig zu Gast bei den Rundfunkchören des WDR, NDR und des MDR, dem SWR Vokalensemble Stuttgart, der Zürcher Singakademie sowie bei Chorwerk Ruhr. Seit Beginn seines Studiums widmete er sich zudem der Oper; direkt nach seinem Abschluss wurde er als Assistant Conductor beim Festival Aix-en-Provence engagiert. Es folgten Einladungen zu Festivals wie den Osterfestspielen Baden-Baden, den Händelfestspielen Halle, dem Internationalen Musikfest Hamburg, den Niedersächsischen Musiktagen oder zu den Tagen für Alte Musik in Herne. Im Rahmen verschiedener Engagements war er u. a. in der Kölner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Theater an der Wien, dem Concertgebouw Amsterdam, dem BOZAR Brüssel oder der Philharmonie de Paris tätig. Ein weiterer Aspekt seiner künstlerischen Tätigkeit ist die Arbeit als Korrepetitor und Klavierbegleiter, die auch durch CD-Einspielungen dokumentiert ist. Prägende Impulse erhielt er im Kontakt mit Interpreten wie Christoph Prégardien, Ingeborg Danz und Helmut Deutsch. Sebastian Breuing unterrichtet an der Musikhochschule in Nürnberg.

ZOLTÁN PAD

Zoltán Pad, 1980 geboren, studierte Chordirigieren bei Prof. Péter Erdei an der Liszt Ferenc Akademie Budapest. Dank eines DAAD-Stipendiums folgten ein akademisches Jahr in der Klasse von Michael Gläser in München sowie mehrere Meisterkurse. Mittlerweile ist er selbst vielgefragter Dozent bei Dirigierworkshops und Meisterkursen.
Als international anerkannter Dirigent leitete er in den letzten Jahren so herausragende Chöre wie das SWR Vokalensemble aus Stuttgart, den MDR Leipziger Rundfunkchor, das NDR Vokalensemble aus Hamburg, den Niederländischen Rundfunkchor, den Französischen Rundfunkchor, die Zürcher Sing-Akademie, das Chamber Choir Ireland, den Polnischen Rundfunkchor, den Kammerchor Arsys-Bourgogne, den Kroatischen Rundfunkchor, die Cracow Singers und den World Youth Choir. Er arbeitete zudem mit Dirigenten und Ensembles wie Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker, Daniel Harding, Péter Eötvös und die Wiener Philharmoniker, Alan Gilbert, Helmuth Rilling, Christoph Gedschold, Kazuki Yamada, Pier Giorgio Morandi, Zoltán Kocsis Iván Fischer und Adam Fischer.
Sein breites Repertoire reicht von der Musik der Renaissance bis zu neuesten Stücken, mit seinem Namen sind viele Uraufführungen verbunden. Er ist ein engagierter Interpret der ungarischen zeitgenössischen Musik und der Werke von Bartók, Kodály und Ligeti und Eötvös.
Von 2014 bis 2025 war er Chef des Ungarischen Rundfunkchores. Als Gast dirigierte er regelmäßig auch oratorische Aufführungen mit großen Orchestern. Seine Leidenschaft gehört aber auch der Arbeit mit Jugendchören. 2017 war er Leiter des Weltjugendchors.